Was lange als Gerücht unter Spaziergängern, Hundebesitzern und notorischen Baustellenbeobachtern kursierte, ist nun offenbar Realität: In Marburg-Marbach soll ein Supermarkt in Form einer gigantischen Pyramide entstehen – inklusive futuristischer Solarverkleidung und angeblich „energetisch optimierter Einkaufsführung“.
Nach Informationen aus „halbwegs gut informierten Kreisen“ wurde das Projekt über Jahre streng geheim gehalten. Der Grund: Die Planungsressourcen der Stadt seien offiziell vollständig durch die Diskussionen rund um den Behring-Tunnel gebunden gewesen. „Niemand hätte geglaubt, dass wir parallel noch eine Pyramide durchwinken“, heißt es aus anonymen Quellen, die verdächtig nach einem Kaffeekränzchen im Rathaus klingen.
Einkaufen im Schatten der Sonne
Die geplante Struktur soll beeindruckende Ausmaße haben: Auf einer Grundfläche von mehreren tausend Quadratmetern erhebt sich die Pyramide mit einer Höhe, die „je nach Perspektive zwischen beeindruckend und leicht übertrieben“ beschrieben wird. Die Außenflächen werden vollständig mit Solarpaneelen verkleidet – nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch, um laut Projektbeschreibung „das Gefühl zu vermitteln, in einem Raumschiff einzukaufen, das zufällig im Lahntal gelandet ist“.
Im Inneren erwartet die Kundschaft ein innovatives Konzept: Die klassischen Supermarktgänge werden durch spiralförmig ansteigende Ebenen ersetzt. Wer Milch kaufen möchte, beginnt unten bei den Grundnahrungsmitteln und arbeitet sich „ganz natürlich“ bis zur Spitze vor – wo sich laut Entwurf die Feinkostabteilung und ein Aussichtscafé befinden sollen. Der Rückweg erfolgt über eine Rutsche. Optional.
Ortsbeirat schweigt – aus gutem Grund
Für zusätzliche Verwirrung sorgt die Reaktion des Ortsbeirats. Auf Anfrage erklärte dieser: „Dazu können wir aktuell nichts sagen.“ Der Hintergrund ist jedoch weniger politisch als organisatorisch: Er wurde schlicht nicht gefragt. Insider berichten, dass die Information versehentlich an einen Verteiler ging, in dem sein Name fehlte, dafür aber zweimal „Günter aus der IT“ auftauchte.
Parkplätze? Natürlich unterirdisch – im Wüstendesign
Auch die Parkplatzfrage wurde kreativ gelöst. Geplant ist eine unterirdische Parkanlage mit „authentischem Wüstenerlebnis“, inklusive Sandoptik und dezenten Oasen-Elementen. Navigationssysteme sollen künftig nicht mehr „Parkplatz gefunden“ melden, sondern „Ziel erreicht – willkommen in der Oase des Konsums“.
Baubeginn schon bald?
Ein offizieller Baubeginn wurde bislang nicht bestätigt. Beobachter wollen jedoch bereits erste Vermessungsarbeiten gesehen haben – oder möglicherweise handelte es sich um zwei Personen mit Zollstock und belegten Brötchen.
Ob die Pyramide tatsächlich kommt oder sich am Ende doch als besonders ambitionierter Aprilscherz entpuppt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Sollte sie gebaut werden, dürfte Marburg-Marbach um eine Attraktion reicher sein – und um den vermutlich einzigen Supermarkt, bei dem der Wocheneinkauf auch als Höhenwanderung durchgeht.